Ein unmoralisches Angebot
So schnell kanns gehn. Erst trinkt man ganz unschuldig einen Glühwein u. plötzlich ist man mitten in einem Verkaufsgespräch. Das Objekt, das verkauft werden sollte, war ich. Aber eigentlich wunderte mich das nicht, da es an diesem Glühweinstand von Anfang an nicht ganz mit Rechten Dingen zuging. Denn schon beim Betreten des Katharinenmarktes, den mein holder Mann und ich letze Woche besuchten, wurden wir durch den Zeitstrudel ins Mittelalter versetzt. Erst viel es mir gar nicht auf. Aber Gewissheit trat ein, als wohlbekannte Klänge mein Ohr erfreuten und ein sympatisch-unverschämter Wirt in alter Tracht vor mir stand. Dieser nahm sogleich die Münzen zum Tausch gegen den glühenden Trunk in Empfang. Er erlaubte sich einen kleinen Scherz, indem er das Geld nahm und sich bedankender Weise anderen Dingen widmete…unseren Trunk jedoch nicht hergab.
Wohl an, da standen wir und schlürften den Glühwein. Oh Unglück kam über uns, als wir uns liebkosten. Der Wirt, befaffnet mit einem Holz-Kochlöffel, tolerierte solch schamloses Benehmen nicht. Und so verbannte er uns dazu, einen halben Meter Abstand zwischen uns zu halten. Nur heimlich, hinter dessen Rücken, konnten sich unsere Lippen berühren. Doch ihm entging nichts. Auf ein Wort bat ich ihn doch den Bann von uns zu nehmen. Nun ward er mit einem Riesen-Kochlöffel in der Hand vor uns gestanden.
“Auseinander…”, rief er…”und haltet mit euren Köpfen Abstand.”
Ich grinste und kuschelte mich mit der unteren Körperhälfte an meinen Schatz. Der Schenk schwenkte drohend seinen Kochlöffel. Doch grinsend verkündete ich ihm, dass unsere Köpfe sehr wohl Abstand halten…Er hatte nichts vom Rest des Körpers gesagt ![]()
“Clever, clever…” vernahm ich vom ihm. Doch des Wirtes Blick viel plötzlich auf des Käffchens Ring. Er schaute uns beide an und suchte, mit Verlaub, auf dreister Weise auch an meiner Hand nach einem Ring. Da er keinen fand, war er nun der Meinung um mich werben zu können. Er bot meinem Schatz das Pfandgeld für die Trank-Becher zum Tausch. Dieser lehnte glücklicherweise ab. Doch wog ich mich zu früh in Sicherheit, denn er erhöhte den Einsatz. Ich ward empört. Für 3 Kamele und Pfandgeld solle ich nun werden des Wirtes Weib??? Nein, da muss schon mehr geboten werden. Doch weder Kamele noch irgendwas anderes überzeugten meinen Schatz mich herzugeben. Ein Klirren, gleich eines Bechers, welcher zu Boden viel, holte uns schnell wieder in die Realität zurück.
“So klingen 5 Euro…”, scherzte der Schenk. Auf Anfragen nach einem Schnabelbecher, argumentierte Käffchen, dass er auch diesen problemlos kaputt kriegen würde… Wie Recht er doch hat. ![]()
Nun gut, wir leerten meinen noch vorhandenen Trank und forderten schnell das Pfandgeld, bevor er es sich doch nochmal anders überlegte…Was für ein belustigender Nachmittag. Welch ein Glück, dass ich anscheinend unbezahlbar bin für meinen Süssen. Aber was soll er auch mit 3 Kamelen??!!
2 Kommentare
Kommentarfeed TrackBack-Indentifikations-URI
Einen Kommentar schreiben


“Aber was soll er auch mit 3 Kamelen??!!”
Man könnte jetzt fieserweise argumentieren, dass man mit drei kamelen eine Flucht durch eine Wüste überleben würde
aber da du ja nicht fies bist…übersehe ich mal eben diesen Kommentar