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Hochwassertourist

Ich war die letzten Tage daheim in Magdeburg. Es gab viel zu lachen, mitunter beispielsweise ein riesiger Truck mit teuren Autos beladen, der sich ein “wenig”  in der Höhe verschätzt hatte. Somit machte die für ihn zu niedrige Brücke aus einem Pickup ein Cabrio und der neue Audi dahinter lag senkrecht auf der Strasse. :lol:
Ich freute mich über die Einladung zu einer kommenden Polter-Hochzeit (das wird lustig!) eines alten Freundes und bekam tatsächlich meinen sehnlichst gewünschten Kartoffelsalat.
Aber schon allein die Hinfahrt war wieder eine Reise wert. Nachdem der Zug erstmal über Würzburg umgeleitet wurde und mich eine ganze Stunde mehr Aufenthalt im ICE gekostet hat, konnte ich dann endlich die wundervolle Landschaft genießen. Für die Stunde Verspätung gab es übrigens ein kostenloses, alkoholfreies Getränk im Bord Bistro. Wahnsinn! :roll:
Ich ersparte mir das und beglotzte träumend die vorbeiziehende Landschaft. Naja, soweit man noch etwas sehen konnte, denn außer jeder Menge Wasser war streckenweise nicht viel anzuschauen: Wasser oder Tunnel. Tunnel, jaaa diese nervigen Tunnel in der Würzburger-Gegend. Entweder mir war schlecht oder ich hatte Druck auf den Ohren. Irgendwann verließ ich mal wieder einen der Hundert Tunnel und mich überraschte die mittlerweile aufgegangene Sonne.
Aber zurück zum Wasser. Rechts der Schienen Wasser, links der Schienen Wasser, riesige reißende Flüsse und Oßmannstedt –> Hier ist man noch optimistisch und vertraut auf nur 2 Reihen Sandsäcke. :lol: Mutig.
Und weil ich so begeisternd und sensationsgeil darüber sprach, nannte mich meine Mutter Hochwassertourist. Na und.. ich hab 2002 die Jahundert-Flut mitgemacht, Sandsäcke geschleppt, Möbel umher getragen… ich kenne das und weiss, dass es eine schlimme Sache ist. Trotzdem fasziniert es mich… Naturkatastrophen generell eigentlich. Ich lächele  dann immer zufrieden über die eingebildete, sich-überlegen-fühlende Spezies Mensch, die von Mutter-Natur eine Klatsche verpasst bekommt. Nur leider trifft es meistens die falschen. Es trifft nicht die Immobilienmakler oder Bauunternehmer, die trotz Bauverbot, weil geplantes Überschwemmungsgebiet, Häuser und Einkaufsmärkte auf dem Gebiet errichten.
Das beste Beispiel dafür ist Biederitz. Das Pretziener Wehr bei Magdeburg musste gezogen werden. Nun fließt das Wasser in die Umlandgebiete wie Biederitz, was ansich kein Problem ist, weil dort schon vor vielen Jahren Deiche gebaut wurden und nur großflächige Graslandschaften überflutet werden. Nur wenn man eben vor den Deichen baut, hat man halt Pech gehabt. Aber was erzähle ich, lernt ja eh niemand draus. Beim nächsten Hochwasser sagen nur wieder alle… huch, na wie kann denn sowas passieren. Es ist wie mit dem Schnee, jedes Jahr kommt er und plötzlich wundern sich alle. Seltsam die Menschen, wirklich seltsam.
Nun gut, aber weil ich ein so toller Hochwassertourist bin, hier noch ein paar Bilder:

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4 comments on “Hochwassertourist

  1. “Ich lächele dann immer zufrieden über die eingebildete, sich-überlegen-fühlende Spezies Mensch, die von Mutter-Natur eine Klatsche verpasst bekommt. Nur leider trifft es meistens die falschen.”
    (weis irgendwie net wie man hier ein Zitat machen kann :-( )

    Kann Dir nur zustimmen! Mutter Erde muss sich ja auch mal wehren ;-) und des es immer die falschen trifft ist leider die traurige Wahrheit!

  2. sach ma, hatten wir nich damals sogar schulfrei, weil unsere schule im überschwemmungsgebiet gebaut worden war? quasi in die au.

  3. ups, dit anonyme war icke, sorry.

    • Das dachte ick mir schon. Woher ick dat wohl jewusst hab… :mrgreen:

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