… diesen Satz habe ich schon sehr oft gehört, meistens, wennn ich meine alljährlichen unverzichtbaren Socken von Oma zu Weihnachten bekomme oder auch anderelei Dinge, die man nicht brauch oder nicht will. Trotz allem freut man sich darüber, denn würde man keine Socken bekommen, würde man doch etwas vermissen.
Was allerdings Überhand nimmt, sind diese „kleinen“ Aufmerksamkeiten der Bewohner in meiner Arbeitsstelle. Denn nach so einem Arbeitstag kann man schon mal mit der Flasche Sekt oder Tonnen von Schokolade nach Hause gehen. Also entweder werde ich Zuckerkrank oder Alkoholiker, wenn das so weiter geht. Manchmal habe ich ja die Theorie, dass einige Bewohner uns Mitarbeiter damit vorsätzlich schaden wollen.
Aber nein, sie meinen es ja nur gut.
Gestern allerdings war mir das Gut-Meinen zu übertrieben. Ein Bewohner wollte mir 3 Sixpack Bier schenken, als „kleine“ Geburtstags“aufmerksamkeit“. Da steht man dann schon mal da wie ne Kuh, wenns blitzt.
Ich hatte mir die Angelegenheit aber auch selbst ungeschickt eingefädelt. Denn dieser Bewohner hatte mir im Vorfeld schon angekündigt, das er mir eine Geburtstagsfreude machen möchte, da er ja eine ganz besondere Beziehung zu mir habe. Also fragte er mich, welchen Wein ich denn am liebsten trinke. Ich antwortete, ich trinke lieber Bier, in dem Glauben, er würde mir ja wohl keine Flasche Bier schenken… tja, er tat es bzw. versuchte es.
Denn ich lehnte es ab, auf die Gefahr hin, dass nun diese besondere Beziehung kaputt gehen würde, was mir ehrlich gesagt lieber ist. Aus so einer besonderen Beziehung wird schnell Ausnutzung. Und eine gesunde Distanz ist das allerwichtigste in Sozialen Berufen. Wohl gefühlt habe ich mich nicht dabei, ihm sein Geschenk auszuschlagen, und ich glaube auch Enttäuschung in seinem Gesicht gesehen zu haben. Aber letztendlich ist er in erster Linie ein zu erledigender Job, auch wenn das jetzt sehr unpersönlich und kalt klingt. Aber es hilft, bestimmte Dinge nicht zu nah an einen herantreten zu lassen.
Und auf die Geschenke zurückzukommen. Kleine Aufmerksamkeiten sind sehr schön. Aber in einem gewissen Rahmen und auch Häufigkeit. Denn irgendwann hat es den faden Beigeschmack einer unbewussten Bestechung. Da höre ich lieber ein ernst gemeintes Danke, als schon wieder den bekannten Schokoriegel in die Kitteltasche gesteckt zu bekommen. Außerdem hat man ja schon als Kind gelernt bekommen, nimm niemals Süßigkeiten von fremden Leuten, man weiss nie was da drin ist… oder dran, wenn ich an den Hygienezustand einiger Bewohner denke. *Würgereiz unterdrückt*