Sie meinen es ja nur gut…

… diesen Satz habe ich schon sehr oft gehört, meistens, wennn ich meine alljährlichen unverzichtbaren Socken von Oma zu Weihnachten bekomme oder auch anderelei Dinge, die man nicht brauch oder nicht will. Trotz allem freut man sich darüber, denn würde man keine Socken bekommen, würde man doch etwas vermissen. :)

Was allerdings Überhand nimmt, sind diese “kleinen” Aufmerksamkeiten der Bewohner in meiner Arbeitsstelle. Denn nach so einem Arbeitstag kann man schon mal mit der Flasche Sekt oder Tonnen von Schokolade nach Hause gehen. Also entweder werde ich Zuckerkrank oder Alkoholiker, wenn das so weiter geht. Manchmal habe ich ja die Theorie, dass einige Bewohner uns Mitarbeiter damit vorsätzlich schaden wollen. :lol: Aber nein, sie meinen es ja nur gut.
Gestern allerdings war mir das Gut-Meinen zu übertrieben. Ein Bewohner wollte mir 3 Sixpack Bier schenken, als “kleine” Geburtstags”aufmerksamkeit”. Da steht man dann schon mal da wie ne Kuh, wenns blitzt.
Ich hatte mir die Angelegenheit aber auch selbst ungeschickt eingefädelt. Denn dieser Bewohner hatte mir im Vorfeld schon angekündigt, das er mir eine Geburtstagsfreude machen möchte, da er ja eine ganz besondere Beziehung zu mir habe. Also fragte er mich, welchen Wein ich denn am liebsten trinke. Ich antwortete, ich trinke lieber Bier, in dem Glauben, er würde mir ja wohl keine Flasche Bier schenken… tja, er tat es bzw. versuchte es.
Denn ich lehnte es ab, auf die Gefahr hin, dass nun diese besondere Beziehung kaputt gehen würde, was mir ehrlich gesagt lieber ist. Aus so einer besonderen Beziehung wird schnell Ausnutzung. Und eine gesunde Distanz ist das allerwichtigste in Sozialen Berufen. Wohl gefühlt habe ich mich nicht dabei, ihm sein Geschenk auszuschlagen, und ich glaube auch Enttäuschung in seinem Gesicht gesehen zu haben. Aber letztendlich ist er in  erster Linie ein zu erledigender Job, auch wenn das jetzt sehr unpersönlich und kalt klingt. Aber es hilft, bestimmte Dinge nicht zu nah an einen herantreten zu lassen.
Und auf die Geschenke zurückzukommen. Kleine Aufmerksamkeiten sind sehr schön. Aber in einem gewissen Rahmen und auch Häufigkeit. Denn irgendwann hat es den faden Beigeschmack einer unbewussten Bestechung. Da höre ich lieber ein ernst gemeintes Danke, als schon wieder den bekannten Schokoriegel in die Kitteltasche gesteckt zu bekommen. Außerdem hat man ja schon als Kind gelernt bekommen, nimm niemals Süßigkeiten von fremden Leuten, man weiss nie was da drin ist… oder dran, wenn ich an den Hygienezustand einiger Bewohner denke. *Würgereiz unterdrückt*

By Schnien Veröffentlicht in Allgemein

2 comments on “Sie meinen es ja nur gut…

  1. Ja,habe diese Kleinigkeiten auf Grund des hygienischen Zustands oft entsorgen müssen, oder aber ich bekam beim und nach dem Verzehr deiser süßen Aufmerksamkeiten einen Patt( Lippenpatt in Form eines Entenschabels)
    Da ist es oft wichtig, auf seinen eigenen Gesundheitszustand zu achten, denn sonst besteht ein hohes Maß an Wahrscheinlichkeit , sich mit allen möglichen Keimen zu infizieren.
    Die sogenannte Pest auf Rädern lauert diesbezüglich in jedem Zimmer und der Grind winkt schon beim Betreten entsprechender Biotope. Ich stehe heute mit Teppichen und Geschirr beschriebener Zustände schon auf DU und DU, denn ich habe erkannt, dass es sich nicht mehr bloß um leblose Dinge handelt, sondern sich in einer Form des Überganges zu neuem Leben befinden.Der Teppich der sich auf Grund der Kontamination mit Keimen sich wie durch Zauberhand durchs Zimmer bewegt, die Tasse , die plötzlich sprechen kann. Hier ist der evolutionäre Prozess des Universums beomachtbar, Materie hat die Tendenz sich zu organisieren und sich selbst bewußt zu werden. In Allem ist das sich Selbst erkennnbare Sein ( Materie) zu beobachten. MAHLZEIT !!!!!

    • :lol:
      Dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen… köstlich. :mrgreen:

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s