Momentan kann ich auf Arbeit wieder Room-Zapping betreiben. Das ist eine ganz besondere Art des Fernsehzappens. Man schaltet nicht per Fernbedienung durch die Programme, sondern sich selbst durch die Zimmer, der gerade fernsehschauenden Bewohner: quasi Body-Multi-Roomensional.
Eine ganz besondere Art also und aufregend noch dazu, da man nie weiss, was die Bewohner so schauen. Außer Samstags, da kann man sich fast sicher sein, keine „Wetten-Dass“-Wette zu verpassen.
Archiv für den Monat März 2011
Der Tod! Wollen wir ihn reinlasse?
Und sie ließen ihn rein. Eine sicherlich makabere Überschrift für ein ansich schlimmes aber doch ironisches Ereignis. Denn wer stirbt schon mitten auf einer Faschingsfeier. Die Dame gestern tat es. Sie tat es ganz klammheimlich, plötzlich, ohne großes Tamtam. Eigentlich ein schöner Tod. Mitten von Freunden und ihrem Ehemann, feiernd, lachend… Ende. Wenns am schönsten ist, soll man gehen.
Versteht mich nicht falsch, sicherlich ist es schlimm, aber ich gönne es dieser Dame. Immerhin war sie bereits über 80 und hatte sich bis dahin nicht durch diverse Krankheiten, Untersuchungen und Leiden gequält, die viele im Alter erleben müssen. Sie hat einfach die Augen zugemacht, so wie sich das alle wünschen.
Nicht so schön fand ich allerdings die vielen Gaffer und Einmischer inmitten des Vorfalls. Das: „Machen sie doch mal ein Fenster auf!“ im herrischen Ton ist recht destruktiv bei einer blutleeren alten Dame. Der Ehemann, der ihr ihre Bedarfsmedikation in den Mund schieben wollte und der Faschings-DJ, der seine Musik immernoch so laut hatte, dass ich beim Blutdruck messen nichts außer den Bass der Musik hören konnte. Und dann der Typ an der Notrufzentrale… der kostete mich meine letzten Nerven.