Es ist 19Uhr… wir haben Montag soweit ich mich erinnere und ich bin wach. Nagut, sagen wir, ich befinde mich nicht in einem schlafenden Zustand. Wach wäre doch zuviel des Guten.
Ich hatte mir meine Strohwitwenzeit etwas anders vorgestellt. Während mein Schatz mit seiner Familie und Freunden in Kroatien segelt, hatte ich eigentlich vor: ein bißchen die Wohnung in Schuss zu bringen, Sport zu treiben, mich mit einer Freundin zu treffen und meine angefangenen Bücher zu Ende zu lesen.
Die vier Krankheitsausfälle auf Arbeit waren anscheinend anderer Ansicht meine Zeit zu verplanen. Wenn man sich aktuell den Dienstplan anschaut, kann man eigentlich schon froh sein, seinen eigenen Dienst zu erkennen. Herauslesen, ob denn nun alle Dienste abgedeckt sind, erfordert mittlerweile eine mehrjährige Ausbildung mit Examen. Wir hoffen das beste…
Die letzten drei Tage, einschließlich dem heutigen bestanden also aus verdammt viel Arbeit und Schlaf. Am Freitag schaffte ich es nach 10 stündiger, durchgängiger Arbeit sogar noch Essen einzukaufen, vergaß aber die Tüten auszupacken, da ich bereits im Bett vegitierte. Das machte aber nichts, immerhin befand sich in den Tüten nur typische Single-ähnliche Lebensmittel, wie Dosensuppen, Instantnudelsaucen und Brot.
Am Samstag stellte sich das gleiche Bild ein und ich konnte am Abend nur anhand meiner wechselnden Kleidung erahnen, dass ich das Bett zum Arbeiten verlassen hatte.
Meine Zähne waren allerdings nicht in Feierabendlaune und arbeiteten im Schlaf fleissig weiter, so dass ich leider zur Schiene greifen musste um sie zu bändigen. Eine Migräne gesellte sich dann noch munter zu den Zähneknirschen dazu und schwupps war auch schon Sonntag.
Sonntag früh und vier Ibuprofen später war meine Migräne leider nicht verschwunden. Statt dessen hatte sich mein linkes Auge nach unten verschoben und ich verlor meine letzte Geduld, als die dicke, ständig-urinieren-müssende Dame zum x-ten Mal die Glocke drückte um drei Tropfen in den Eimer zu pinkeln.
Weitere drei Ibus später, so gegen 16 Uhr war ich dann endlich daheim und natürlich in der waagerechten. Der kalte Lappen auf meiner Stirn brachte schließlich etwas Erlösung und die Stimme meiner Mutter eine schöne Ablenkung.
Eine letzter Funken Elan tiiiiieeeef, sehr tiiiieeef in mir drängte mich etwas zu tun. Ich gab nach und zog vom Schlafzimmer auf die Ausklappcouch im Arbeitszimmer, mit Möglichkeiten für Fernsehen und Internet. Ein Fortschritt!
Das letzte, an das ich mich dann noch erinnere war Lisa Simpson, die ihren Bruder bat, seinen Milchshake nicht mit einem Stück Fleisch umzurühren… dann schrie mir plötzlich Harry Potter aus dem Fernseher entgegen…
Heute früh fanden sich wieder die letzten Überlebenden auf Arbeit ein, die genauso schrecklich aussahen wie ich. Die Gesichtzüge zeigten für Sekundenbruchteile wie der ein oder andere Mordgedanke durch den Kopf huschte.
Der Dienst ansich wäre für normale Verhältnisse ziemlich relaxed gewesen, wenn nicht seit einigen Tagen diese riesige Stresswolke in der Luft hängen würde. Für einen kurzen Moment hatte sich meine zeitliche Orientierung verabschiedet, als ich wildentschlossen den Samstag in der Bewohnerakte mit Handzeichen füllen wollte.
Immerhin habe ich es heute geschafft den Abwasch vom Donnerstag zu erledigen und mir einen eklig schmeckenden Kaffee zu kochen, der mich zumindest noch in Sitzposition hält. Und! ich habe heute noch vor mir eine neue Kaffeemaschine zu bestellen, nachdem ich letztens meine geliebte Senseo runtergschmissen habe und daher nur schlechten Kaffee mit meiner Wasserdurchlaufdefekten Maschine machen kann. Es geht also wieder
aufwärts.:lol:
Morgen kann ich zumindest mal richtig ausschlafen, da ich Spätdienst habe um dann wieder einen Fühdienst und daraufhin Geteilten Dienst zu machen. Freitag hab ich frei und werde mir vermutlich einen Strick kaufen gehen. Ich bin also ziemlich optimistisch wie man sieht… immerhin habe ich vor das Haus zu verlassen.
Gute Nacht.